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Einzahlungslimit und Einsatzlimit beim Online Glücksspiel

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Einzahlungslimit und Einsatzlimit beim Online Glücksspiel

Beim legalen Online-Glücksspiel in Deutschland gelten verschiedene finanzielle Begrenzungen. Besonders wichtig sind das Einzahlungslimit beim Online Glücksspiel und das Einsatzlimit bei Online Slots. Beide Regeln verfolgen unterschiedliche Zwecke. Das Einzahlungslimit begrenzt Einzahlungen innerhalb eines Kalendermonats. Der Höchsteinsatz bestimmt dagegen, wie viel bei einem einzelnen virtuellen Automatenspiel eingesetzt werden darf.

Seit Juli 2026 ist die Unterscheidung noch wichtiger. Der gesetzliche Höchsteinsatz beträgt grundsätzlich weiterhin 1 Euro je Spiel. Unter festgelegten Voraussetzungen können jedoch Einsätze bis 3 Euro oder bis 5 Euro erlaubt werden.

#Einzahlungslimit und Höchsteinsatz sind zwei verschiedene Regeln

Das Einzahlungslimit bestimmt, wie viel Geld ein Spieler innerhalb eines Kalendermonats auf erfasste Spielkonten einzahlen kann.

Der Höchsteinsatz betrifft dagegen den Betrag eines einzelnen Spiels bei virtuellen Automatenspielen. Umgangssprachlich handelt es sich dabei meist um Online Slots.

Ein Einzahlungslimit ist deshalb weder eine maximale Einsatzhöhe noch ein Verlustlimit. Ebenso stellt der Höchsteinsatz kein monatliches Einzahlungslimit dar.

Diese Unterscheidung lässt sich einfach zusammenfassen:

  • Einzahlungslimit: begrenzt Einzahlungen innerhalb eines Kalendermonats.
  • Höchsteinsatz: begrenzt den Einsatz für ein einzelnes virtuelles Automatenspiel.
  • Das Einzahlungslimit wirkt grundsätzlich anbieterübergreifend.
  • Die Einsatzregeln nach § 22a GlüStV 2021 betreffen virtuelle Automatenspiele.

Die beiden Mechanismen können gleichzeitig gelten. Ein Spieler kann also noch verfügbares Einzahlungslimit haben, obwohl sein Einsatz pro Spiel begrenzt bleibt.

#Wie hoch ist das anbieterübergreifende Einzahlungslimit?

Einzahlungslimit und Einsatzlimit beim Online Glücksspiel

Nach § 6c GlüStV 2021 müssen Spieler ein individuelles monatliches anbieterübergreifendes Einzahlungslimit festlegen.

Grundsätzlich darf dieses Limit 1.000 Euro im Monat nicht überschreiten. Entscheidend ist jedoch das Wort „anbieterübergreifend“.

Die 1.000 Euro gelten nicht automatisch bei jedem Anbieter erneut. Einzahlungen bei verschiedenen erfassten Glücksspielanbietern werden für das gemeinsame Limit berücksichtigt.

Außerdem sind 1.000 Euro keine vorgeschriebene Einzahlungssumme. Ein Spieler kann ein niedrigeres individuelles Limit festlegen.

Wer beispielsweise ein Limit von 500 Euro gewählt hat, kann nicht allein wegen der gesetzlichen Standardgrenze automatisch 1.000 Euro einzahlen.

#Wie funktioniert das Limit bei mehreren Anbietern?

Angenommen, ein Spieler verfügt über ein individuelles monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro.

Er zahlt zunächst 400 Euro bei Anbieter A ein. Später möchte er weitere 700 Euro bei Anbieter B einzahlen.

Die erste Einzahlung wird bei der Berechnung berücksichtigt. Es stehen deshalb nur noch 600 Euro des gemeinsamen Limits zur Verfügung.

Das Beispiel beschreibt lediglich das Funktionsprinzip. Das persönliche Limit kann niedriger oder unter besonderen Voraussetzungen höher liegen.

#Welche Rolle spielt LUGAS?

Einzahlungslimit und Einsatzlimit beim Online Glücksspiel

Für die technische Kontrolle wird die Limitdatei des Länderübergreifenden Glücksspielaufsichtssystems LUGAS verwendet.

Vor einem Einzahlungsvorgang wird geprüft, ob das anbieterübergreifende Limit bereits ausgeschöpft ist. Außerdem wird geprüft, ob die geplante Einzahlung das verbleibende Limit überschreiten würde.

Ist das Limit bereits ausgeschöpft, muss die Einzahlung abgelehnt werden. Würde nur die geplante Einzahlung den Restbetrag überschreiten, kann der noch verfügbare Betrag mitgeteilt werden.

Das System verhindert damit, dass das gemeinsame Limit einfach durch Einzahlungen bei mehreren angeschlossenen Anbietern umgangen wird.

Das monatliche Limit bezieht sich auf einen Kalendermonat. Es handelt sich nicht um einen beliebigen rollierenden Zeitraum von 30 Tagen.

#Für welche Glücksspiele gilt das Einzahlungslimit?

Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit gilt grundsätzlich für öffentliche Glücksspiele im Internet, die unter § 6c GlüStV 2021 fallen.

Der Staatsvertrag enthält jedoch Ausnahmen. Ausgenommen sind insbesondere Einzahlungen, die ausschließlich für bestimmte Lotterien verwendet werden können.

Dazu gehören Lotterien, die nicht häufiger als zweimal pro Woche veranstaltet werden. Auch Lotterien in Form des Gewinnsparens fallen unter die gesetzliche Ausnahme.

Sofortlotterien im Internet werden für diese Ausnahme ausdrücklich nicht wie diese Lotterien behandelt.

Deshalb sollte das Einzahlungslimit nicht pauschal als Regel für ausnahmslos jedes Glücksspielangebot bezeichnet werden.

#Kann das Einzahlungslimit geändert werden?

Spieler können ihr Limit neu festlegen. Dabei unterscheidet das Gesetz zwischen einer Erhöhung und einer Verringerung.

Eine Verringerung wird sofort wirksam. Eine Erhöhung tritt dagegen erst nach einer Schutzfrist von sieben Tagen in Kraft.

Diese Regel verhindert eine sofortige spontane Erhöhung des verfügbaren Einzahlungsspielraums.

Die Änderung erfolgt über einen Glücksspielanbieter und wird über die Limitdatei verarbeitet. Die GGL setzt das individuelle Limit eines Spielers normalerweise nicht auf einfachen persönlichen Antrag selbst neu fest.

#Kann das Einzahlungslimit über 1.000 Euro erhöht werden?

Die Grenze von 1.000 Euro ist der gesetzliche Regelfall. Sie ist jedoch keine ausnahmslos geltende absolute Obergrenze.

Nach § 6c GlüStV 2021 können unter behördlich festgelegten Voraussetzungen abweichende Beträge zugelassen werden.

Nach der aktuell geltenden Entscheidungsrichtlinie kann ein erhöhtes monatliches Einzahlungslimit bis 10.000 Euro festgesetzt werden.

Dafür müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören insbesondere ein individueller bezifferter Höchstbetrag und der Nachweis einer entsprechenden wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

Zusätzlich muss der Anbieter ein spezielles Monitoring auf auffälliges Spielverhalten durchführen.

#Wie wird die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit geprüft?

Für ein Limit über 1.000 Euro muss die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in geeigneter und überprüfbarer Weise nachgewiesen werden.

Die GGL nennt beispielsweise:

  • Einkommensteuerbescheide,
  • andere Einkommensnachweise,
  • Bankauszüge.

Eine reine Selbstauskunft des Spielers reicht nicht aus. Der Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit muss nach der Entscheidungsrichtlinie mindestens jährlich wiederholt werden.

Die Vorlage eines bestimmten Dokuments garantiert trotzdem keine Limiterhöhung. Der Anbieter muss die Voraussetzungen im konkreten Fall prüfen.

Bei der Verwendung klassischer Bonitätsauskünfte weist die GGL darauf hin, dass deren Eignung rechtlich diskutiert und gerichtlich thematisiert wird.

#Wann sind Einzahlungslimits bis 30.000 Euro möglich?

Eine weitere Stufe reicht von mehr als 10.000 Euro bis maximal 30.000 Euro monatlich.

Sie ist wesentlich stärker begrenzt. Solche Limits dürfen bei einem Anbieter für höchstens 1 Prozent seiner aktiven Spieler gelten.

Maßgeblich ist die durchschnittliche Zahl der aktiven Spieler dieses Anbieters in den jeweils vergangenen drei Monaten.

Zusätzlich zu den Anforderungen der vorherigen Stufe gelten weitere Voraussetzungen. Der Spieler muss mindestens 21 Jahre alt sein.

Außerdem ist ein engmaschigeres Monitoring erforderlich. Die Auswertung dieses Monitorings muss der Aufsichtsbehörde vierteljährlich übermittelt werden.

Zeigt das Monitoring eine Spielsuchtgefährdung oder Spielsucht, gelten zusätzliche Melde- und Schutzvorgaben.

Ein Limit von mehr als 30.000 Euro darf nach der aktuellen Entscheidungsrichtlinie nicht gesetzt werden.

Damit bedeutet die 30.000-Euro-Grenze ausdrücklich nicht, dass jeder Spieler sein Limit auf diesen Betrag erhöhen lassen kann.

#Warum wird das Spielverhalten bei höheren Limits überwacht?

§ 6i GlüStV 2021 verpflichtet bestimmte Online-Glücksspielanbieter zu einem automatisierten System zur Spielsuchtfrüherkennung.

Bei erhöhten Einzahlungslimits kommen zusätzliche Monitoring-Anforderungen hinzu.

Dabei geht es darum, Hinweise auf auffälliges oder problematisches Spielverhalten frühzeitig zu erkennen. Das Monitoring ist keine medizinische Diagnose.

Werden entsprechende Anzeichen festgestellt, müssen die vorgesehenen Spielerschutzmaßnahmen geprüft und umgesetzt werden.

Das Zusammenspiel aus wirtschaftlicher Prüfung und Verhaltensmonitoring gehört damit zu den Voraussetzungen für erhöhte Einzahlungslimits.

#Gesetzlicher Höchsteinsatz bei virtuellen Automatenspielen

Neben dem monatlichen Einzahlungslimit existiert ein separates Einsatzlimit für virtuelle Automatenspiele.

Die gesetzliche Ausgangsregel steht in § 22a Abs. 7 GlüStV 2021. Danach darf der Einsatz grundsätzlich 1 Euro je Spiel nicht überschreiten.

Die zuständige Behörde kann diesen Höchsteinsatz jedoch an geänderte Verhältnisse anpassen. Von dieser Möglichkeit hat die GGL 2026 Gebrauch gemacht.

Seit dem 1. Juli 2026 können deshalb unter bestimmten Voraussetzungen höhere Einsätze erlaubt werden.

Die Aussage, in Deutschland seien ausnahmslos nur 1-Euro-Spins erlaubt, ist seitdem unvollständig.

#Welche Einsatzlimits gelten seit dem 1. Juli 2026?

Einzahlungslimit und Einsatzlimit beim Online Glücksspiel

Die GGL hat ein gestuftes Modell eingeführt. Der gesetzliche Regelfall von 1 Euro bleibt bestehen.

Eine Erhöhung erfolgt nicht automatisch. Die jeweiligen Voraussetzungen müssen erfüllt sein.

StufeHöchsteinsatzZentrale Voraussetzung
Regelfallbis 1 Eurogesetzlicher Standard
Erste Stufebis 3 EuroSpieler mindestens 21 Jahre
Zweite Stufebis 5 Eurozusätzliche Qualifikation und Monitoring

Diese Staffelung bedeutet nicht, dass 5 Euro zum neuen allgemeinen Einsatzlimit geworden sind.

Ein erhöhter Höchsteinsatz setzt außerdem voraus, dass der Anbieter über die notwendige Erlaubnis verfügt. Der Anbieter entscheidet innerhalb der gesetzlichen Vorgaben, ob er erhöhte Einsätze anbietet.

#Höchsteinsatz bis 3 Euro

Die erste Erhöhungsstufe ermöglicht einen Einsatz von mehr als 1 Euro bis maximal 3 Euro.

Eine zentrale Voraussetzung ist das Alter. Der Spieler muss mindestens 21 Jahre alt sein.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Spieler ab 21 Jahren automatisch mit 3 Euro spielen darf.

Der jeweilige Anbieter muss erhöhte Höchsteinsätze überhaupt anbieten dürfen und anbieten wollen. Die Anforderungen der GGL müssen ebenfalls eingehalten werden.

Ein Anspruch des Spielers auf diese Erhöhung besteht nicht.

#Höchsteinsatz bis 5 Euro

Für die zweite Stufe gelten zusätzliche Voraussetzungen.

Vor der Erhöhung muss der Spieler beim Anbieter einen Qualifikationszeitraum von 90 Tagen erfolgreich durchlaufen haben.

Während dieses Zeitraums darf das Monitoring nach § 6i Abs. 1 GlüStV 2021 kein suchtauffälliges Spielverhalten ergeben.

Nach der Erhöhung muss der Anbieter ein spezielles Limit-Monitoring auf auffälliges Spielverhalten durchführen.

Die Ergebnisse und deren Auswertung werden nach den Vorgaben der Entscheidungsrichtlinie regelmäßig an die Aufsichtsbehörde übermittelt.

Damit sind 5-Euro-Spins weder für jeden volljährigen Spieler noch automatisch für jeden Spieler über 21 verfügbar.

#Wie lange gilt die neue Höchsteinsatz-Regelung?

Die 2026 eingeführte Möglichkeit zur Abweichung vom gesetzlichen Höchsteinsatz ist zeitlich befristet.

Nach der aktuellen Entscheidungsrichtlinie gilt sie längstens bis zum 31. Dezember 2027.

Die GGL beobachtet nach eigenen Angaben die Entwicklung des legalen Glücksspielmarktes und die Auswirkungen der Regelung.

Neue fachliche Erkenntnisse sollen bei der nächsten Entscheidung zum Höchsteinsatz berücksichtigt werden.

Der gesetzliche Ausgangspunkt bleibt währenddessen 1 Euro je Spiel. Die höheren Beträge sind regulierte Abweichungen von dieser Grundregel.

#Gilt weiterhin die 5-Sekunden-Regel?

Einzahlungslimit und Einsatzlimit beim Online Glücksspiel

Die Erhöhung des möglichen Einsatzes verändert die gesetzliche Regel zur Spieldauer nicht.

Nach § 22a Abs. 6 GlüStV 2021 muss ein virtuelles Automatenspiel durchschnittlich mindestens fünf Sekunden dauern.

Ein Spiel beginnt mit der entsprechenden Erklärung des Spielers. Es endet mit der Anzeige des Ergebnisses.

Das bedeutet nicht, dass nach jedem Spin zwingend eine zusätzliche Pause von exakt fünf Sekunden eingelegt werden muss.

Höchsteinsatz und Spieldauer sind zwei getrennte Vorgaben. Ein höherer erlaubter Einsatz hebt die Regel zur durchschnittlichen Mindestspieldauer nicht auf.

#Weitere Regeln für virtuelle Automatenspiele

§ 22a enthält neben Höchsteinsatz und Spieldauer weitere Anforderungen.

Ein virtuelles Automatenspiel darf grundsätzlich nur nach einer entsprechenden Erklärung des Spielers beginnen. Automatische Abläufe, die selbstständig das nächste Spiel starten, sind nicht zulässig.

Daneben gelten unter anderem folgende Regeln:

  • Einsätze und Gewinne erfolgen in Euro und Cent.
  • Mehrere virtuelle Automatenspiele dürfen nicht gleichzeitig gespielt werden.
  • Das Ansammeln von Einsätzen oder Gewinnen für künftige Jackpotgewinne ist untersagt.
  • Ein Anbieter darf einem Spieler gleichzeitig nur ein virtuelles Automatenspiel anzeigen.

Diese Vorgaben ergänzen das Einsatzlimit. Sie ersetzen weder das monatliche Einzahlungslimit noch dessen Kontrolle über LUGAS.

#Gilt das Einsatzlimit auch für Sportwetten und Poker?

Nein. Die Einsatzregeln des § 22a gelten speziell für virtuelle Automatenspiele.

Virtuelle Automatenspiele sind rechtlich von Online-Poker, Sportwetten und Online-Casinospielen zu unterscheiden.

Im alltäglichen Sprachgebrauch werden virtuelle Automatenspiele häufig als Online Slots bezeichnet. Sie sind aber nicht mit sämtlichen Online-Casinospielen gleichzusetzen.

Für Online-Poker sieht der Staatsvertrag beispielsweise eigene Regelungen vor. Dort können in der Erlaubnis unter anderem Höchstgrenzen für Mindesteinsätze und verfügbare Beträge am virtuellen Tisch festgelegt werden.

Deshalb dürfen die Beträge von 1, 3 oder 5 Euro nicht als universelles Einsatzlimit für das gesamte deutsche Online-Glücksspiel dargestellt werden.

#Einzahlungslimit und Höchsteinsatz im direkten Vergleich

Einzahlungslimit und Einsatzlimit beim Online Glücksspiel

Beide Limits gehören zum Regulierungssystem für legales Online-Glücksspiel. Sie begrenzen jedoch unterschiedliche Vorgänge.

RegelEinzahlungslimitHöchsteinsatz
Was wird begrenzt?EinzahlungenEinsatz je Spiel
ZeitraumKalendermonateinzelnes Spiel
Standardwertgrundsätzlich bis 1.000 Eurogrundsätzlich bis 1 Euro
Erhöhung möglich?ja, unter Voraussetzungenja, unter Voraussetzungen
Gilt anbieterübergreifend?janein, spielbezogene Vorgabe
Technische Kontrolleinsbesondere LUGAS-LimitdateiAnbieter und Erlaubnisvorgaben
Rechtsgrundlage§ 6c GlüStV 2021§ 22a Abs. 7 GlüStV 2021

Der wichtigste Unterschied liegt damit im Gegenstand der Begrenzung. Das Einzahlungslimit kontrolliert Geldzuflüsse auf Spielkonten. Der Höchsteinsatz begrenzt dagegen den Betrag eines einzelnen virtuellen Automatenspiels.

#Drei praktische Beispiele

Die folgenden Situationen zeigen, wie sich die Regeln im Alltag unterscheiden.

#Beispiel 1: Persönliches Limit von 500 Euro

Ein Spieler legt ein monatliches anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 500 Euro fest.

Er kann nicht automatisch 1.000 Euro einzahlen. Die gesetzliche Standardgrenze macht aus seinem selbst gesetzten Limit keinen höheren Betrag.

Eine Verringerung des Limits wäre sofort wirksam. Eine spätere Erhöhung unterliegt grundsätzlich der gesetzlichen Schutzfrist.

#Beispiel 2: Einzahlungen bei zwei Anbietern

Eine Spielerin verfügt beispielsweise über ein anbieterübergreifendes Limit von 1.000 Euro.

Sie zahlt 300 Euro bei Anbieter A und später 500 Euro bei Anbieter B ein.

Damit wurden insgesamt 800 Euro des gemeinsamen monatlichen Limits genutzt. Für weitere erfasste Einzahlungen bleiben in diesem Beispiel 200 Euro.

Der Wechsel des Anbieters erzeugt also kein neues separates 1.000-Euro-Limit.

#Beispiel 3: Anbieter erlaubt erhöhte Slot-Einsätze

Ein Anbieter besitzt die erforderliche Erlaubnis für erhöhte Höchsteinsätze.

Das bedeutet nicht, dass jeder Kunde sofort 5 Euro je Spiel einsetzen kann.

Für Einsätze über 1 Euro gilt unter anderem die Altersvoraussetzung. Für die zweite Stufe kommen der 90-tägige Qualifikationszeitraum und das spezielle Monitoring hinzu.

Auch bei erfüllten Voraussetzungen besteht kein automatischer Anspruch auf einen erhöhten Höchsteinsatz.

#Häufige Irrtümer zu Einzahlungslimit und Einsatzlimit

Bei beiden Regeln entstehen häufig Missverständnisse. Einige davon beruhen auf früheren Regelständen.

„Jedes Online Casino hat ein eigenes 1.000-Euro-Limit.“

Das ist falsch. Das gesetzliche Einzahlungslimit ist anbieterübergreifend und wird über die zentrale Limitdatei kontrolliert.

„1.000 Euro ist der maximale Verlust pro Monat.“

Ebenfalls falsch. Das Einzahlungslimit begrenzt Einzahlungen. Es definiert keinen maximalen Monatsverlust.

„Bei Online Slots sind immer nur 1-Euro-Spins erlaubt.“

Diese Aussage ist seit Juli 2026 unvollständig. Ein Euro bleibt der gesetzliche Regelfall. Unter den festgelegten Voraussetzungen sind jedoch Erhöhungen bis 3 beziehungsweise 5 Euro möglich.

„Jeder Spieler ab 21 Jahren darf 5 Euro pro Spin setzen.“

Das stimmt nicht. Für die zweite Stufe gelten zusätzliche Voraussetzungen, darunter ein 90-tägiger Qualifikationszeitraum und spezielles Monitoring.

„Die 5-Sekunden-Regel bedeutet fünf Sekunden Pause nach jedem Spin.“

Auch diese Beschreibung ist ungenau. Das Gesetz verlangt eine durchschnittliche Spieldauer von mindestens fünf Sekunden.

#Warum gibt es beide Begrenzungen?

Einzahlungslimit und Höchsteinsatz sind Bestandteile des gesetzlichen Spielerschutzes. Sie setzen jedoch an unterschiedlichen Stellen an.

Das Einzahlungslimit begrenzt den Umfang der Einzahlungen auf erfasste Online-Spielkonten.

Der Höchsteinsatz und die Vorgaben zur Spieldauer regulieren dagegen die Intensität virtueller Automatenspiele.

Bei erhöhten Limits kommen weitere Kontrollmechanismen hinzu. Dazu gehört insbesondere die Beobachtung des Spielverhaltens nach den behördlichen Vorgaben.

Nach Darstellung der GGL spielt zugleich die Kanalisierung eine Rolle. Legale Angebote sollen eine überwachte Alternative zu nicht regulierten Angeboten bilden.

Die Behörde betrachtet deshalb Spielerschutz und Kanalisierung als zusammenhängende Ziele des Glücksspielstaatsvertrags.

#FAQ zum Einzahlungslimit und Einsatzlimit

#Wie hoch ist das Einzahlungslimit in Deutschland?

Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit darf grundsätzlich 1.000 Euro pro Kalendermonat nicht überschreiten. Spieler können ein niedrigeres individuelles Limit festlegen.

#Gilt das 1.000-Euro-Limit pro Anbieter?

Nein. Das Limit ist anbieterübergreifend. Einzahlungen bei verschiedenen erfassten Anbietern werden gemeinsam berücksichtigt.

#Kann man mehr als 1.000 Euro im Monat einzahlen?

Unter bestimmten Voraussetzungen ja. Nach der aktuellen Entscheidungsrichtlinie können erhöhte Limits bis 10.000 Euro und in einer begrenzten zweiten Stufe bis 30.000 Euro möglich sein.

#Kann jeder Spieler ein Limit von 30.000 Euro erhalten?

Nein. Die Stufe über 10.000 bis 30.000 Euro darf höchstens 1 Prozent der aktiven Spieler eines Anbieters betreffen. Zusätzlich gelten strengere Voraussetzungen.

#Was passiert, wenn das Einzahlungslimit erreicht ist?

Weitere erfasste Einzahlungen müssen abgelehnt werden. Die Limitdatei dient der anbieterübergreifenden technischen Kontrolle.

#Kann ich mein Einzahlungslimit senken?

Ja. Nach § 6c GlüStV 2021 wird eine Verringerung sofort wirksam. Eine Erhöhung wird grundsätzlich erst nach einer Schutzfrist von sieben Tagen wirksam.

#Wie hoch ist der maximale Einsatz bei Online Slots?

Der gesetzliche Regelfall beträgt weiterhin 1 Euro je virtuellem Automatenspiel. Seit Juli 2026 können unter bestimmten Voraussetzungen Einsätze bis 3 oder 5 Euro erlaubt werden.

#Wer darf bis 3 Euro pro Spiel einsetzen?

Für die erste Erhöhungsstufe muss der Spieler mindestens 21 Jahre alt sein. Zusätzlich muss der Anbieter die regulatorischen Voraussetzungen für erhöhte Einsätze erfüllen.

#Wann sind bis 5 Euro pro Spiel möglich?

Zusätzlich zur Altersvoraussetzung ist insbesondere ein erfolgreicher 90-tägiger Qualifikationszeitraum erforderlich. Danach gelten besondere Monitoring-Anforderungen.

#Hat jeder Spieler Anspruch auf einen höheren Höchsteinsatz?

Nein. Ein solcher Anspruch besteht nicht. Anbieter können selbst entscheiden, ob sie erhöhte Höchsteinsätze im Rahmen ihrer Erlaubnis anbieten.

#Gilt die 5-Sekunden-Regel weiterhin?

Ja. Ein virtuelles Automatenspiel muss durchschnittlich mindestens fünf Sekunden dauern. Die höheren möglichen Einsätze ändern diese Vorgabe nicht.

#Gilt das Einsatzlimit auch für Sportwetten?

Nein. Die Höchsteinsatzregel aus § 22a GlüStV 2021 bezieht sich auf virtuelle Automatenspiele. Andere Glücksspielarten unterliegen eigenen Regelungen.

  1. GGL: Einzahlungslimit und Höchsteinsatz bei Online-Glücksspielen
  2. GGL: Glücksspielstaatsvertrag 2021 und konsolidierte Fassung
  3. GGL: Entscheidungsrichtlinie zur Festsetzung eines abweichenden Höchstbetrages gemäß § 6c Abs. 1 Satz 3 GlüStV 2021
  4. GGL: Entscheidungsrichtlinie zur Anpassung des Höchsteinsatzes gemäß § 22a Abs. 7 Satz 2 GlüStV 2021
  5. GGL: Downloadbereich für Glücksspielanbieter
  6. GGL: Informationen für Spielende und Spielinteressierte
  7. GGL: Spielerschutzmaßnahmen des GlüStV 2021
  8. GGL: Konkrete Spielerschutzmaßnahmen für verschiedene Glücksspielarten