Glücksspielarten in Deutschland einfach erklärt
Auf dieser Seite
- Was gilt in Deutschland als Glücksspiel?
- Erlaubnisfähig und erlaubt sind nicht dasselbe
- Welche Glücksspielarten gibt es in Deutschland?
- Sportwetten
- Pferdewetten
- Virtuelle Automatenspiele
- Online-Poker
- Online-Casinospiele
- Casinospiele in Spielbanken
- Spielhallen und Geldspielgeräte
- Lotterien und Spielvermittlung
- Staatliche Lotterien
- Lotterien mit geringerem Gefährdungspotenzial
- Gewerbliche Spielvermittlung
- Wer reguliert welche Glücksspielarten?
- Glücksspielarten im direkten Vergleich
- Begriffe, die nicht verwechselt werden sollten
- So prüfen Sie ein konkretes Glücksspielangebot
- Häufige Irrtümer über Glücksspielarten
- „Glücksspiel bedeutet nur Casino.“
- „Online Slots sind Online-Casinospiele.“
- „Spielbank und Spielhalle sind dasselbe.“
- „Pferdewetten sind einfach Sportwetten.“
- „Ein Anbieter auf der Whitelist darf alle Glücksspiele anbieten.“
- „Erlaubnisfähig bedeutet automatisch legal.“
- „Die GGL reguliert jedes Glücksspiel in Deutschland.“
- „Alle Online-Glücksspiele werden von der GGL lizenziert.“
- „Alle legalen Glücksspiele stehen auf der Whitelist.“
- „Jedes Gewinnspiel ist Glücksspiel.“
- „Für jede Glücksspielart gelten dieselben Einsatzlimits.“
- FAQ zu Glücksspielarten in Deutschland
- Welche Glücksspielarten gibt es in Deutschland?
- Was gilt in Deutschland als Glücksspiel?
- Was bedeutet erlaubnisfähiges Glücksspiel?
- Was ist der Unterschied zwischen erlaubnisfähig und erlaubt?
- Sind Sportwetten Glücksspiel?
- Was sind virtuelle Automatenspiele?
- Sind Online Slots Online-Casinospiele?
- Was ist Online-Poker?
- Sind Pferdewetten Sportwetten?
- Was ist der Unterschied zwischen Spielbank und Spielhalle?
- Wer reguliert Glücksspiel in Deutschland?
- Stehen alle legalen Glücksspielangebote auf der Whitelist?
- Was bedeutet Gambling auf Deutsch?
- Offizielle Quellen und weiterführende Links

In Deutschland gibt es verschiedene Glücksspielarten, für die unterschiedliche Regeln und Behörden zuständig sind. Zu den Arten von Glücksspiel gehören Sportwetten, Lotterien, Online-Poker und virtuelle Automatenspiele. Auch Spielbanken, Spielhallen, Pferdewetten und Online-Casinospiele bilden eigene Kategorien. Ob ein konkretes Angebot legal ist, hängt jedoch nicht allein von seiner Glücksspielart ab.
#Was gilt in Deutschland als Glücksspiel?

Die zentrale Definition steht in § 3 Absatz 1 Glücksspielstaatsvertrag 2021, kurz GlüStV 2021.
Ein Glücksspiel liegt vor, wenn für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird. Zusätzlich muss die Entscheidung über den Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängen.
Auch Wetten gegen Entgelt auf den Eintritt oder Ausgang eines zukünftigen Ereignisses gelten nach dem Gesetz als Glücksspiel.
Damit umfasst der Begriff deutlich mehr als klassische Casinospiele.
Öffentlich ist ein Glücksspiel grundsätzlich, wenn einem größeren, nicht geschlossenen Personenkreis die Teilnahme ermöglicht wird. § 3 Absatz 2 GlüStV 2021 erfasst außerdem bestimmte gewohnheitsmäßig veranstaltete Glücksspiele in Vereinen oder anderen geschlossenen Gesellschaften.
Ein kostenloses Gewinnspiel ist deshalb nicht automatisch Glücksspiel. Fehlt das erforderliche Entgelt für die Gewinnchance, kann bereits ein Bestandteil der gesetzlichen Definition fehlen.
#Erlaubnisfähig und erlaubt sind nicht dasselbe

Für das Verständnis des deutschen Glücksspielrechts ist diese Unterscheidung besonders wichtig.
Erlaubnisfähig bedeutet, dass das Recht grundsätzlich die Möglichkeit einer staatlichen Erlaubnis für diese Glücksspielart vorsieht.
Erlaubt bedeutet dagegen, dass der konkrete Veranstalter oder Vermittler die erforderliche deutsche Erlaubnis für sein Angebot besitzt.
Ein einfaches Beispiel zeigt den Unterschied.
Virtuelle Automatenspiele sind in Deutschland grundsätzlich erlaubnisfähig. Ein bestimmter Anbieter darf sie trotzdem erst nach Erteilung der erforderlichen Erlaubnis anbieten.
Fehlt diese Erlaubnis, wird aus der grundsätzlich erlaubnisfähigen Glücksspielart kein erlaubtes Angebot.
Dasselbe Prinzip ist bei anderen erlaubnispflichtigen Glücksspielangeboten zu beachten.
#Welche Glücksspielarten gibt es in Deutschland?
Die GGL führt mehrere Glücksspielarten auf, die nach dem GlüStV 2021 grundsätzlich erlaubnisfähig sind.
Dazu gehören:
- Sportwetten
- Pferdewetten im Internet
- virtuelle Automatenspiele
- Online-Poker
- Online-Casinospiele
- Casinospiele in Spielbanken
- Lotterien
- Spielhallen mit Geldspielgeräten
Daneben bestehen weitere Kategorien auf anderen Rechtsgrundlagen. Dazu gehören gewerblich aufgestellte Geldspielgeräte nach der Gewerbeordnung.
Pferdewetten von Rennvereinen mit Totalisator und Buchmachern unterliegen ebenfalls einem besonderen Rechtsrahmen. Hier spielt das Rennwett- und Lotteriegesetz eine zentrale Rolle.
Die Kategorien unterscheiden sich nicht nur durch ihre Spielmechanik. Auch Rechtsgrundlage, Erlaubnisverfahren und zuständige Behörde können verschieden sein.
#Sportwetten
Sportwetten sind eine eigenständige Glücksspielart. Der GlüStV 2021 definiert sie genauer als bloße „Wetten auf Sport“.
Es handelt sich um Wetten zu festen Quoten auf einen zukünftigen Vorgang während eines Sportereignisses. Erfasst werden außerdem Wetten auf das Ergebnis eines Sportereignisses oder auf dessen Abschnitte.
Typische Angebote betreffen beispielsweise den Ausgang eines Fußballspiels. Die rechtliche Zulässigkeit hängt jedoch nicht nur von einer allgemeinen Veranstaltererlaubnis ab.
Auch Art und Zuschnitt des konkreten Wettangebots unterliegen regulatorischen Anforderungen nach § 21 GlüStV 2021.
Für die länderübergreifende Veranstaltung von Sportwetten ist die GGL die zentrale Erlaubnis- und Aufsichtsbehörde.
Wettvermittlungsstellen vor Ort fallen dagegen zusätzlich in die Zuständigkeit der jeweiligen Länder. Deshalb lässt sich die Regulierung nicht auf „GGL für online, Länder für offline“ reduzieren.
#Pferdewetten
Pferdewetten bilden im deutschen Glücksspielrecht eine eigene Kategorie. Sie sollten nicht einfach als normale Sportwetten bezeichnet werden.
Nach § 3 GlüStV 2021 beziehen sie sich auf Wetten aus Anlass öffentlicher Pferderennen und anderer öffentlicher Leistungsprüfungen für Pferde.
Für Pferdewetten im Internet bestehen Regelungen innerhalb der modernen Glücksspielaufsicht. Die GGL ist für entsprechende länderübergreifende Internetangebote zuständig.
Daneben existiert eine traditionelle regulatorische Ebene.
Pferdewetten von Rennvereinen mit Totalisator und Buchmachern werden insbesondere durch das Rennwett- und Lotteriegesetz erfasst.
Beide Modelle sollten deshalb getrennt betrachtet werden.
#Virtuelle Automatenspiele
Virtuelle Automatenspiele sind nach § 3 Absatz 1a GlüStV 2021 im Internet angebotene Nachbildungen terrestrischer Automatenspiele.
Im normalen Sprachgebrauch werden sie häufig als Online Slots bezeichnet. Der gesetzliche Begriff lautet jedoch virtuelle Automatenspiele.
Für diese Glücksspielart gelten besondere Vorschriften in § 22a GlüStV 2021.
Die GGL ist für Erlaubniserteilung und Aufsicht bei entsprechenden länderübergreifenden Angeboten zuständig.
Wichtig ist die Abgrenzung zu Online-Casinospielen.
Ein virtueller Slot wird rechtlich nicht allein deshalb zum Online-Casinospiel, weil er über eine Website angeboten wird. Beide Kategorien besitzen eigene Definitionen und regulatorische Regeln.
Auch spezielle Slot-Regeln dürfen nicht automatisch auf andere Glücksspielarten übertragen werden.
#Online-Poker
Online-Poker ist ebenfalls eine eigenständige gesetzliche Kategorie.
Nach § 3 Absatz 1a GlüStV 2021 handelt es sich um Varianten des Pokerspiels ohne Bankhalter. Mehrere natürliche Personen spielen dabei im Internet an einem virtuellen Tisch gegeneinander.
Damit beschreibt die Legaldefinition nicht pauschal jedes Pokerspiel im Internet.
Für Online-Poker gelten insbesondere die besonderen Vorschriften des § 22b GlüStV 2021.
Die GGL ist für Erlaubnis und Aufsicht bei den entsprechenden länderübergreifenden Angeboten zuständig.
Ob ein konkreter Anbieter eine deutsche Erlaubnis besitzt, lässt sich über die amtliche Whitelist prüfen.
#Online-Casinospiele
Online-Casinospiele sind von virtuellen Automatenspielen klar zu unterscheiden.
Nach § 3 Absatz 1a GlüStV 2021 handelt es sich insbesondere um virtuelle Nachbildungen von Bankhalterspielen. Erfasst werden auch Live-Übertragungen terrestrischer Bankhalterspiele mit Teilnahmemöglichkeit über das Internet.
Typische Beispiele können Roulette, Baccara und Black Jack sein.
Online Slots gehören dagegen zur gesetzlichen Kategorie der virtuellen Automatenspiele.
Für Online-Casinospiele enthält § 22c GlüStV 2021 besondere Vorschriften.
Entscheidend ist außerdem die Zuständigkeit.
Online-Casinospiele werden nicht über eine allgemeine bundesweite „GGL Online Casino Lizenz“ reguliert. Die Veranstaltung fällt in die Zuständigkeit der Glücksspielbehörden der Länder.
Die Länder können hierfür unterschiedliche gesetzlich vorgesehene Modelle umsetzen. Deshalb kann auch das zulässige Vertriebsgebiet begrenzt sein.
#Casinospiele in Spielbanken
Casinospiele in Spielbanken sind Spiele, die vor Ort in staatlich erlaubten Spielbanken angeboten werden.
Dazu können klassische Tischspiele wie Roulette oder Baccara gehören. Je nach Spielbank und Landesrecht können weitere erlaubte Spiele hinzukommen.
Ein bundesweit identischer Spielekatalog besteht nicht.
Spielbanken fallen grundsätzlich in die Zuständigkeit der Länder. Maßgeblich sind neben dem GlüStV 2021 insbesondere die jeweiligen landesrechtlichen Vorschriften.
Eine Spielbank darf nicht mit einer Spielhalle gleichgesetzt werden.
Die Spielbank entspricht dem klassischen stationären Casino. Eine Spielhalle ist dagegen hauptsächlich auf die Aufstellung gewerblicher Geldspielgeräte ausgerichtet.
#Spielhallen und Geldspielgeräte
§ 3 Absatz 9 GlüStV 2021 enthält eine Definition der Spielhalle.
Gemeint ist ein Unternehmen oder Teil eines Unternehmens, das ausschließlich oder überwiegend der Aufstellung bestimmter Spielgeräte oder der Veranstaltung entsprechender Spiele dient.
Für Spielhallen greifen mehrere regulatorische Ebenen ineinander.
Relevant sind unter anderem:
- Glücksspielstaatsvertrag 2021
- Landesrecht
- Gewerbeordnung
- Spielverordnung
Die konkrete Regulierung kann deshalb zwischen den Bundesländern Unterschiede aufweisen.
Zusätzlich sind Geldspielgeräte außerhalb von Spielhallen zu beachten. Dazu gehören beispielsweise gewerblich aufgestellte Geräte in Gaststätten.
Nicht jeder physische Spielautomat ist damit automatisch ein Casinospiel.
Eine weitere Besonderheit betrifft die Whitelist. Geldspielgeräte in Spielhallen und Gaststätten werden dort nicht nach demselben Prinzip wie die typischen erlaubten Online-Angebote geführt.
Das Fehlen einer einzelnen Spielhalle in dieser Liste beweist daher nicht automatisch, dass ihr Betrieb unerlaubt ist.
#Lotterien und Spielvermittlung
Eine Lotterie liegt nach § 3 Absatz 3 GlüStV 2021 vor, wenn einer Vielzahl von Personen nach einem bestimmten Plan Gewinnchancen angeboten werden.
Vorausgesetzt wird dabei grundsätzlich ein Entgelt. Der Gewinn besteht bei einer Lotterie in Geld.
Die entsprechenden gesetzlichen Vorschriften gelten auch für Ausspielungen. Dabei können Sachen oder andere geldwerte Vorteile gewonnen werden.
Die GGL unterscheidet innerhalb des regulatorischen Überblicks mehrere Lotterieformen.
#Staatliche Lotterien
Hierzu gehören insbesondere:
- Lotterien des Deutschen Lotto- und Totoblocks
- Klassenlotterien
Bei Klassenlotterien wird das Spiel nach einem festgelegten Gewinnplan in Klassen beziehungsweise Spielabschnitte gegliedert.
#Lotterien mit geringerem Gefährdungspotenzial
Dazu zählen insbesondere:
- Soziallotterien
- Sparlotterien
- Kleine Lotterien
Bei Soziallotterien werden Erträge im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben für entsprechende soziale, gemeinnützige, mildtätige oder vergleichbare Zwecke verwendet.
Auch Kleine Lotterien sind nicht einfach „unreguliert“. Die konkreten Voraussetzungen können vom jeweiligen Land und vom Umfang der Lotterie abhängen.
#Gewerbliche Spielvermittlung
Die gewerbliche Spielvermittlung ist keine zusätzliche Lotterie-Spielmechanik.
Ein Spielvermittler vermittelt Spielverträge oder Spielaufträge an Veranstalter. Unter bestimmten Voraussetzungen kann er außerdem Spielinteressierte zu Spielgemeinschaften zusammenführen.
Deshalb sind Lotterieveranstalter und Spielvermittler unterschiedliche Rollen.
Die gewerbliche Spielvermittlung in mehreren Ländern fällt in den Zuständigkeitsbereich der GGL.
#Wer reguliert welche Glücksspielarten?

In Deutschland existiert nicht eine einzige Glücksspielbehörde für alle Angebote.
Die Zuständigkeit hängt insbesondere von Glücksspielart, Vertriebsgebiet und Rechtsgrundlage ab.
| Glücksspielart | Hauptzuständigkeit |
| Sportwetten | GGL bei der länderübergreifenden Veranstaltung |
| Pferdewetten im Internet | GGL |
| Virtuelle Automatenspiele | GGL |
| Online-Poker | GGL |
| Online-Casinospiele | Glücksspielbehörden der Länder |
| Casinospiele in Spielbanken | Glücksspielbehörden der Länder |
| DLTB-Lotterien | Glücksspielbehörden der Länder |
| Bundesweite Soziallotterien | GGL |
| Landesweite Soziallotterien | Glücksspielbehörden der Länder |
| Klassenlotterie der GKL und Lotterie-Einnehmer | GGL |
| Gewerbliche Spielvermittlung in mehreren Ländern | GGL |
| Wettvermittlungsstellen | Glücksspielbehörden der Länder |
| Spielhallen | Glücksspielbehörden der Länder |
Diese Verteilung zeigt, warum die Formel „Online gleich GGL, offline gleich Länder“ nicht funktioniert.
Online-Casinospiele sind ein besonders wichtiges Gegenbeispiel. Obwohl sie online stattfinden, liegt ihre Regulierung bei den Ländern.
Auch das Glücksspielrecht besteht nicht ausschließlich aus dem GlüStV 2021.
Je nach Angebot können zusätzlich Gewerbeordnung, Spielverordnung, Rennwett- und Lotteriegesetz sowie Landesgesetze relevant sein.
#Glücksspielarten im direkten Vergleich

Die wichtigsten Kategorien lassen sich anhand weniger Merkmale voneinander abgrenzen.
| Glücksspielart | Einfach erklärt | Online oder vor Ort | Hauptregulator | Typisches Beispiel |
| Sportwetten | Wetten zu festen Quoten auf Sportereignisse | online und vor Ort | GlüStV 2021 | Ergebniswette |
| Virtuelle Automatenspiele | digitale Nachbildungen terrestrischer Automatenspiele | online | GlüStV 2021 | Online Slot |
| Online-Poker | Poker ohne Bankhalter zwischen natürlichen Personen | online | GlüStV 2021 | virtueller Pokertisch |
| Online-Casinospiele | virtuelle oder live übertragene Bankhalterspiele | online | GlüStV 2021 und Landesrecht | Online Roulette |
| Casinospiele in Spielbanken | erlaubte Casinospiele in stationären Spielbanken | vor Ort | GlüStV 2021 und Landesrecht | Roulette |
| Pferdewetten | Wetten aus Anlass von Pferderennen oder Leistungsprüfungen | online und vor Ort | GlüStV 2021 sowie weitere Regelungen | Pferderennwette |
| Lotterien | Gewinnchance nach festgelegtem Plan für viele Teilnehmer | online und vor Ort | GlüStV 2021 | Zahlenlotterie |
| Spielhallen | Betriebe vor allem mit Geldspielgeräten | vor Ort | GlüStV 2021, Landesrecht und Gewerberecht | Spielhalle |
| Geldspielgeräte | gewerblich aufgestellte Geräte mit Gewinnmöglichkeit | vor Ort | Gewerbeordnung und Spielverordnung | Gerät in Gaststätte |
Die Unterschiede sind damit nicht bloß sprachlicher Natur.
Jede Kategorie kann eigene Rechtsgrundlagen, Erlaubnisverfahren, Zuständigkeiten und Spielerschutzvorschriften besitzen.
Das gilt auch für spezielle Einsatz- oder Spielregeln. Vorgaben für virtuelle Automatenspiele gelten beispielsweise nicht automatisch für Sportwetten, Poker oder Lotterien.
#Begriffe, die nicht verwechselt werden sollten
Einige Bezeichnungen klingen ähnlich, haben rechtlich aber unterschiedliche Bedeutungen.
| Begriff | Nicht verwechseln mit |
| Online-Casinospiele | Virtuelle Automatenspiele |
| Spielbank | Spielhalle |
| Sportwetten | Pferdewetten |
| Lotterieveranstalter | Spielvermittler |
| erlaubnisfähig | erlaubt |
| Gambling | nur Casinospiele |
Auch „Glücksspielart“ und „Spiel“ bezeichnen nicht dasselbe.
Die Glücksspielart ist eine rechtliche Kategorie. Das Spiel ist dagegen ein konkretes Produkt oder eine bestimmte Spielform.
Ein einzelner Slot ist beispielsweise ein Spiel. Die rechtliche Kategorie lautet virtuelles Automatenspiel.
Roulette bezeichnet eine Spielform. Online Roulette kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen zur Kategorie Online-Casinospiele gehören.
#So prüfen Sie ein konkretes Glücksspielangebot

Die amtliche Whitelist der GGL ist das wichtigste praktische Hilfsmittel für die Prüfung erlaubter Anbieter.
Sie zeigt nicht nur Unternehmen. Entscheidend ist auch, für welche Glücksspielart eine Erlaubnis besteht.
Eine sinnvolle Prüfung erfolgt deshalb in mehreren Schritten:
- Bestimmen Sie zunächst die Glücksspielart.
- Identifizieren Sie den Veranstalter oder Vermittler.
- Prüfen Sie die amtliche Whitelist, wenn die Kategorie dort geführt wird.
- Vergleichen Sie die dort angegebene erlaubte Glücksspielart.
- Kontrollieren Sie die angegebene Internetdomain oder den Vertriebsweg.
- Beachten Sie die zuständige Glücksspielbehörde.
- Prüfen Sie bei terrestrischen Angeboten zusätzlich die Zuständigkeit des jeweiligen Landes.
Eine Erlaubnis für eine Glücksspielart deckt andere Kategorien nicht automatisch ab.
Steht Anbieter X beispielsweise für Sportwetten auf der Whitelist, folgt daraus keine automatische Erlaubnis für Online-Poker oder virtuelle Automatenspiele.
Dasselbe Unternehmen kann allerdings mehrere getrennte Erlaubnisse besitzen.
Deshalb sollten Gesellschaft, Glücksspielart, Domain, Zuständigkeit und gegebenenfalls Vertriebsgebiet gemeinsam geprüft werden.
#Häufige Irrtümer über Glücksspielarten
#„Glücksspiel bedeutet nur Casino.“
Das ist falsch. Der gesetzliche Begriff umfasst unter anderem Sportwetten, Lotterien, Pferdewetten und weitere Kategorien.
Entscheidend sind die gesetzlichen Merkmale des Glücksspiels und die jeweilige Spezialregelung.
#„Online Slots sind Online-Casinospiele.“
Rechtlich stimmt das nicht.
Online Slots werden grundsätzlich als virtuelle Automatenspiele eingeordnet. Online-Casinospiele umfassen insbesondere virtuelle Bankhalterspiele und entsprechende Live-Übertragungen.
#„Spielbank und Spielhalle sind dasselbe.“
Beide Begriffe beschreiben unterschiedliche Betriebsformen.
Eine Spielbank ist ein klassisches Casino nach dem jeweiligen Landesrecht. Eine Spielhalle ist hauptsächlich auf gewerbliche Geldspielgeräte ausgerichtet.
#„Pferdewetten sind einfach Sportwetten.“
Auch diese Gleichsetzung ist ungenau.
Pferdewetten besitzen eine eigene gesetzliche Definition und teilweise einen eigenen regulatorischen Rahmen.
#„Ein Anbieter auf der Whitelist darf alle Glücksspiele anbieten.“
Die Whitelist ist nach konkreten Erlaubnissen zu lesen.
Eine Erlaubnis für Sportwetten berechtigt einen Anbieter nicht automatisch zur Veranstaltung von Online-Poker oder virtuellen Automatenspielen.
#„Erlaubnisfähig bedeutet automatisch legal.“
Erlaubnisfähig beschreibt zunächst nur die grundsätzliche Möglichkeit einer Erlaubnis.
Für ein legales konkretes Angebot muss die erforderliche staatliche Erlaubnis tatsächlich vorliegen.
#„Die GGL reguliert jedes Glücksspiel in Deutschland.“
Die GGL besitzt umfangreiche Aufgaben, ist aber nicht für sämtliche Glücksspielangebote zuständig.
Viele Bereiche fallen weiterhin in die Zuständigkeit der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder.
#„Alle Online-Glücksspiele werden von der GGL lizenziert.“
Online-Casinospiele zeigen, warum diese Aussage falsch ist.
Für diese Kategorie liegt die Erlaubnis- und Aufsichtszuständigkeit grundsätzlich bei den Ländern.
#„Alle legalen Glücksspiele stehen auf der Whitelist.“
Auch diese Aussage ist zu pauschal.
Insbesondere gewerbliche Geldspielgeräte in Spielhallen und Gaststätten werden nicht nach demselben Whitelist-Prinzip wie die dort aufgeführten Anbieter behandelt.
#„Jedes Gewinnspiel ist Glücksspiel.“
Nicht jedes Gewinnspiel erfüllt die gesetzliche Glücksspieldefinition.
Fehlt beispielsweise das erforderliche Entgelt für den Erwerb der Gewinnchance, kann die Einordnung anders ausfallen.
Bei nicht eindeutig geregelten Produkten hängt die rechtliche Bewertung von ihrer konkreten Ausgestaltung ab.
#„Für jede Glücksspielart gelten dieselben Einsatzlimits.“
Der GlüStV 2021 enthält allgemeine und spielartspezifische Schutzmaßnahmen.
Besondere Regeln für virtuelle Automatenspiele dürfen deshalb nicht pauschal auf Poker, Sportwetten, Pferdewetten oder andere Kategorien übertragen werden.
#FAQ zu Glücksspielarten in Deutschland
#Welche Glücksspielarten gibt es in Deutschland?
Zu den wichtigsten Kategorien gehören Sportwetten, Pferdewetten, virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele. Hinzu kommen Lotterien, Casinospiele in Spielbanken sowie Spielhallen mit Geldspielgeräten.
Daneben bestehen Glücksspielangebote, deren Regulierung zusätzlich auf anderen Rechtsgrundlagen beruht.
#Was gilt in Deutschland als Glücksspiel?
Ein Glücksspiel setzt grundsätzlich ein Entgelt für den Erwerb einer Gewinnchance voraus.
Außerdem muss die Entscheidung über den Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängen. Wetten gegen Entgelt auf zukünftige Ereignisse werden ebenfalls erfasst.
#Was bedeutet erlaubnisfähiges Glücksspiel?
Erlaubnisfähig bedeutet, dass für die betreffende Glücksspielart grundsätzlich eine staatliche Erlaubnis erteilt werden kann.
Es bedeutet nicht, dass jeder Anbieter diese Glücksspielart ohne weitere Voraussetzungen anbieten darf.
#Was ist der Unterschied zwischen erlaubnisfähig und erlaubt?
Erlaubnisfähig beschreibt die gesetzliche Möglichkeit einer Erlaubnis.
Erlaubt ist dagegen ein konkretes Angebot erst, wenn die erforderliche Erlaubnis tatsächlich erteilt wurde und das Angebot deren Umfang entspricht.
#Sind Sportwetten Glücksspiel?
Ja. Sportwetten sind eine gesetzlich definierte Glücksspielart.
Der GlüStV 2021 erfasst Wetten zu festen Quoten auf bestimmte zukünftige Vorgänge und Ergebnisse im Zusammenhang mit Sportereignissen.
#Was sind virtuelle Automatenspiele?
Virtuelle Automatenspiele sind im Internet angebotene Nachbildungen terrestrischer Automatenspiele.
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden sie häufig Online Slots genannt.
#Sind Online Slots Online-Casinospiele?
Nein. Der GlüStV 2021 behandelt virtuelle Automatenspiele und Online-Casinospiele als unterschiedliche Glücksspielarten.
Für beide Kategorien bestehen eigene Vorschriften und Zuständigkeiten.
#Was ist Online-Poker?
Online-Poker umfasst nach der gesetzlichen Definition Pokervarianten ohne Bankhalter.
Dabei spielen mehrere natürliche Personen im Internet an einem virtuellen Tisch gegeneinander.
#Sind Pferdewetten Sportwetten?
Pferdewetten werden im deutschen Glücksspielrecht gesondert definiert und reguliert.
Sie sollten deshalb nicht einfach mit gewöhnlichen Sportwetten gleichgesetzt werden.
#Was ist der Unterschied zwischen Spielbank und Spielhalle?
Eine Spielbank ist ein staatlich erlaubtes stationäres Casino nach dem jeweiligen Landesrecht.
Eine Spielhalle ist dagegen ein Betrieb, der ausschließlich oder überwiegend auf entsprechende gewerbliche Spielgeräte und Spiele ausgerichtet ist.
#Wer reguliert Glücksspiel in Deutschland?
Die Zuständigkeit wird zwischen der GGL und den Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder aufgeteilt.
Welche Behörde zuständig ist, hängt unter anderem von Glücksspielart und Vertriebsgebiet ab.
#Stehen alle legalen Glücksspielangebote auf der Whitelist?
Nicht in gleicher Weise.
Die GGL-Whitelist ist besonders wichtig für die dort erfassten erlaubten Anbieter und Glücksspielarten. Gewerbliche Geldspielgeräte in Spielhallen oder Gaststätten stellen eine relevante Ausnahme dar.
#Was bedeutet Gambling auf Deutsch?
Gambling ist der englische Begriff für Glücksspiel.
Er sollte nicht mit Casinospielen allein gleichgesetzt werden, weil Glücksspiel wesentlich mehr Kategorien umfasst.
#Offizielle Quellen und weiterführende Links
Für die Einordnung der Glücksspielarten sind insbesondere folgende amtliche Quellen relevant:
- GGL FAQ Glücksspielarten
- GGL Informationen für Spielende und Spielinteressierte
- GGL Erlaubnisfähige Glücksspielangebote im Internet
- Amtliche Whitelist der GGL
- Glücksspielstaatsvertrag 2021
- GGL Informationen zu Online-Poker und virtuellen Automatenspielen
- GGL Spielerschutzmaßnahmen nach Glücksspielart
- GGL FAQ zu Sportwetten und Wettanbietern
Die amtliche GGL-Klassifikation unterscheidet ausdrücklich Sportwetten, virtuelle Automatenspiele, Online-Poker, Pferdewetten im Internet, Spielbanken, Lotterien, Spielhallen und Online-Casinospiele. Die zuständige Behörde ist dabei von der jeweiligen Kategorie abhängig.